Reflektieren

Heute war ein schlechter Tag. Aber schlechte Tage kommen und gehen. Den heutigen werde ich mit diesem Text verabschieden.

Die letzte Zeit war ich wieder überfordert. So sehr, dass ich mich ausnahmslos dem Nichtstun widmete, wie ich es immer tue, wenn mich etwas überfordert. Dabei weiß ich gar nicht, wer oder was mich so sehr fordert, dass es mich so oft aufs Neue überwältigt.

Außer vielleicht mir selbst. Warum bin ich immer so hart, streng und ungerecht zu mir?Wo ich doch allen Menschen immer so schnell vergebe, dass ich mich fast schon für meine Nachsichtigkeit schäme.

Es ist dasselbe wie heute, in diesen Nächten, in denen ich alleine heimlaufe und den menschenleeren, beleuchteten Straßen die kleinen Gassen vorziehe, in denen es nach Gras und Pisse riecht und in denen Scherben auf dem Boden liegen. Solange dort nur ein paar Menschen sind. Und wenn es auch besoffene, zwielichtige Gestalten sind. Vielleicht, weil dort die Chance höher ist, dass mich noch jemand schreien hört, vielleicht aber auch, weil diese greifbare, reale Bedrohung mir immer tausendmal lieber sein wird, als die große Leere, die im Hinterhalt und in der Stille lauert. Egal, ob es auf der Straße ist, oder in mir selbst. Hauptsache nicht alleine sein.

Und wenn ich dann endlich zu Hause bin, krame ich so hastig nach meinem Schlüssel, bis der Anhänger abfällt und das tut weh, nicht wegen dem Anhänger, sondern weil ihn meine Mama mir geschenkt hat, weil ich meine Schlüssel so oft verliere und ich mich ertappt fühle, weil ich schon wieder so unachtsam war.

Ich schließe die Tür hinter mir. Fahre wieder herunter. Kämpfe mich an meinen kiffenden Mitbewohnern vorbei in mein Zimmer, merke, dass die Gedanken wieder überhand nehmen und schreibe. Um sie gehen zu lassen.

 

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